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Angulimala

Das Werk von Suthep Dtanniradt präsentiert sich als Remake eines alten Klassikers. Angulimala sorgte bei seinem Erscheinen 2546 in Thailand für Aufsehen ob seiner Darstellung religiöser Ansichten, die mit einer recht blutigen Handlung einhergehen. Letztlich wurde Angulimala doch in der ungekürzten Fassung auf den Markt gebracht. Die Schlüsselstelle von Angulimala bilden die letzten zehn Filmminuten. Für Anhänger fernöstlicher Religionen bietet dieser Film genügend Stoff zum Nachdenken. Wer sich mit fernöstlicher Religion nicht beschäftigt, dem bietet Suthep Dtanniradts Werk 100 Minuten Kurzweil mit einem Film, dessen Handlung ein recht hohes Level an Gewalt aufweist.
Die Geschichte ist eine Irrfahrt des Schreckens durch die Dogmen der Sekten und den Klischees eigener Verirrungen. Ahimsaka, der die Erleuchtung sucht, verstrickt sich in deren Ansichten und getrieben von seinen eigenen Vorstellungen zieht er ruhelos mordend durchs Land. Waren es anfangs lediglich Banditen, die er niederstreckte um sein Ziel zu erreichen, kamen später alle Menschen in Frage. Schließlich ist ja das menschliche Leben durch Leiden geprägt. Und nur, wenn er die Menschen von ihrem Leiden befreit, kann Ahimsaka seinem Ziel, zur Erleuchtung zu gelangen, näherkommen- so den Worten seines Gurus und seinen Eingebungen folgend, begründet seine Annahme zunächst darauf. Zweifel machen sich breit, als Nantha von ihrem Leid erzählt, das eng mit Ahimsaka verbunden ist. Einen Ausweg aus seinem Dilemma findet Ahimsaka später in der Selbsterkenntnis...
Die Geburt Ahimsakas (นพชัย ชัยนาม-Nopachai Jayanama) wird von bösen Omen begleitet. So will sein Vater Ahimsaka kurz nach dessen Geburt töten lassen. Seine Mutter Mandtani ist dagegen und stellt ihren Sohn unter die Obhut des Gurus Brahmin Sati (คำรณ คุณะดิลก-Kamron Gunatilaka). Dieser sagt jedoch voraus, dass aus Ahimsaka eines Tages ein mordlüsterner Bandit werden wird und betraut ihn mit der ehrenvollen Aufgabe eines Ziegenhirten. Die Jahre vergehen und aus dem Jungen wird ein junger Mann, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Weg zur Erleuchtung zu suchen. Immer wieder wohnt Ahimsaka den Opferritualen der Gläubigen bei; doch sein Leben erfährt erst dann eine entscheidende Wende als er Nantha (สเตลล่า มาลูกี้- Stella Malucchi) das Leben rettet und ihr zur Flucht verhilft. Nantha selbst wäre für Sati bestimmt gewesen, doch als Sati erfährt, dass Nantha eine Ausgestoßene ist, stimmt er ihrer Entscheidung zu, sich selbst zu opfern um sich von den begangenen Sünden zu befreien. Ahimsaka rettet Nantha das Leben, als sie versucht, sich umzubringen. Beide müssen vor der Gefolgschaft des Gurus fliehen und finden Zuflucht in einer Höhle, als dort der Gott des heiligen Berges Ahimsaka erscheint. Dieser trägt Ahimsaka auf, 1000 Banditen zur Strecke zu bringen um Dharma zu erreichen und alle weltlichen Angelegenheiten hinter sich zu lassen. So macht sich Ahimsaka mit einem Schwert bewaffnet auf den Weg, seiner Eingebung Folge zu leisten. Bald reicht der Rosenkranz, den Ahimsaka einst von seiner Mutter geschenkt bekam nicht mehr aus, um die geopferten Banditen zu zählen. So beginnt Ahimsaka seinen Opfern einen Finger abzuschneiden und sie an einer Kette zu tragen. Dies trägt ihm den Namen Angulimala ein. In der Überzeugung, etwas Gutes getan zu haben, nachdem er seinen alten Weggefährten Vidhu getötet hat, verstrickt sich Angulimala immer mehr in seine Eingebungen und folgt ihnen blindlings auf einen blutigen Pfad des Schreckens. Er entsagt sich “Mara“ dem Gott des Berges und folgt seinen eigenen Vorstellungen, um seinem Ziel, Dharma, näher zu kommen. Während all dieser Zeit verliert Nantha nicht den Glauben an Angulimala. Ihre Hoffnung ist es, die sie an seiner Seite hält; und doch kann Nantha es nicht verhindern, dass Angulimala eine Spur des Todes im Land hinterlässt...
Erst ein Mönch, dem Angulimala folgt, kann ihm Einhalt gebieten. Hier erfährt die Handlung eine Wende. Angulimala kehrt in die Welt zurück, in der er Leid und Trauer verbreitet hat. Als Mönch, dem das Herz die geistigen Augen geöffnet hat, ist Angulimala jetzt bereit, seinerseits die Schmerzen zu ertragen, die er einst in die Welt hinaustrug.

Review: M. Lindenmeyer
07.11.2003