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When The Last Sword Is Drawn

Kurz vor Ende der Edo- Periode in Kyoto, zwischen neu rekrutierten Mitgliedern der Shinsengumi fällt ein Samurai auf, der seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten wegen das Interesse auf sich zieht. Sein Name ist Kanichiro Yoshimura. Zu dieser Zeit hatten sich die Shinsengumi einen Namen als Mibu Gishi Den (The Wolfes Of Mibu) gemacht, als eine Gruppe mutiger, patriotischer Samurai, die es als ihre Pflicht ansahen, Kyoto zu beschützen und zu verteidigen. Doch auch innerhalb ihrer Gruppe rumort es. Hajime Saito, eines der führenden Mitglieder der Gruppe, sieht diese Situation mit einem zynischen Auge.
Am Abend, den Aufnahmezeremonien hat ein Festbanquett Platz gemacht, rühmt sich Kanichiro in geselliger Runde mit Erzählungen aus seiner Heimat. Saito, der neben Kanichiro sitzt, ist diese Offenheit von Kanichiro nicht gewohnt und so erstaunt es nicht weiter, dass er eine Abneigung gegen Kanichiro entwickelt. Saito freundet sich mit dem Gedanken an, Kanichiro einen Denkzettel zu verpassen. Als Saito Kanichiro anbietet, ihn nach Hause zu begleiten, zieht Saito unvermittelt sein Schwert und greift Kanichiro an. Dieser pariert jedoch und versucht, die Situation nicht eskalieren zu lassen. Im Zorn entgegnet Kanichiro Saito, dass er es sich nicht leisten kann, zu sterben. Daraufhin erhebt Saito nicht mehr sein Schwert. “Ich töte, weil ich nicht sterben will“ fährt Kanichiro fort. In Kanichiros Augen erscheint Saito als ein pathetischer Samurai, welcher letztlich nur einen Platz zum Sterben sucht.
Kanichiro ist in seiner Art und Weise, Situationen zu betrachten, nicht unbedingt das, was einen Samurai reflektiert. Nachdem ihm befohlen wurde, einem entehrten Samurai als Assistent beim Harakiri zu dienen, bittet Kanichiro seinen Captain Hijikata, seine “Reinigungs“- Gebühren zu verdoppeln. In den letzten Tagen des Tokugawa Shogunates, in denen auch die nähere Zukunft nicht vorhersehbar ist, ist Kanichiro dennoch fleißig darauf bedacht, Geld zu verdienen. Einst, als er einem niederen Samurai im Nanbu Clan diente, war Kanichiro froh genug, als assistierender Lehrer in der dortigen Clan-Schule zu unterrichten und seinem Respekt Ausdruck zu verschaffen. Jedoch wegen einer Hungersnot im gesamten Nordwesten Japans, von der auch die Samurais nicht verschont wurden, war Kanichiro, der immer um das Wohlergehen seiner Familie besorgt war, gezwungen, seinen Jugendfreund und Clanchef Jiroemon Ono zu verlassen. Kanichiros Gedanke heißt: “Ich muss Überleben“. So spart er jeden Shu, um dieses Geld seiner Familie zu schicken.
Die Undiszipliniertheit innerhalb der Shinsengumi nimmt immer größere Ausmaße an; vor allem aber auch deshalb, weil Sanjuro Tani dem Captain die Stiefel küsst und ihm auch sonst noch jeden Wünsch erfüllt. Die Lage verschlimmert sich, als Sanjuro getötet wird. Mit scharfen Augen bemerkt Kanichiro, dass Saito der Killer ist. Aber anstatt diesen Vorfall ans Licht zu bringen, bietet Kanichiro Saito, an gegen „eine kleine Gebühr“ nichts gesehen zu haben. Saito lädt Kanichiro zu sich nach Hause ein, um ihm das Geld zu geben als er dort Saitos Geliebte Nui kennenlernt. Saito selbst nennt seine Geliebte „Hässlich“, doch Kanichiro erkennt in dieser seltsamen Art, wie Saito seine Liebe zum Ausdruck zu bringt, sein gutes Herz.
In der Zwischenzeit, der Zerfall der Shinsengumi ist absehbar; Ito und seine Gefolgsleute verlassen die Shinsengumi um der Satsuma-Gruppe beizustehen, welche den Kaiser unterstützt und die Ära der Shogun beenden will. Kanichiro und Saito wird angeboten, Ito zu unterstützen. Während Saito zusagt (mit dem Hintergedanken Spion für die Shinsengumi zu sein), lehnt Kanichiro ab. Er fühlt, dass es für ihn nicht möglich ist, seine Ehre als Samurai ein zweites Mal zu verletzen. Die Informationen, die Saito von der Satsuma Gruppe erhält, werden von Nui an die Shinsengumi über Kanichiro weitergetragen. “Ich bin glücklich, für Saito eine Hilfe zu sein“ bekundet Nui mit einem Lächeln. Saito findet bald heraus, dass dies ihn und Nui in eine gefährliche Lage bringt und so trägt er ihr auf, sich zu verstecken. Nui lehnt ab, doch Saito erwidert: “ Ich will nicht, dass Du für mich stirbst- also flieh!“
Einige Tage später entdeckt Kanichiro Nui`s leblosen Körper- sie hatte sich das Leben genommen. In seinem geistigen Auge vergegenwärtigt er sich nochmals seine eigene Lage, die ihn dazu veranlasst hat, seinen eigenen Clan zu verlassen: Gezwungen durch eine Hungersnot hat seine eigene Frau Shizu versucht, Selbstmord zu begehen. Seitdem schwor sich Kanichiro, Rücksicht auf seine Familie zu nehmen. Als Saito zu den Shinsengumi zurückkehrt, bringt Kanichiro ihm die Nachricht von Nui`s Ableben dezent bei. Er weiß, dass dies rücksichtslos und zynisch in Saito`s Ohren klingen muss, da Saito immer sehr besorgt um Nui gewesen ist. Obwohl Saito Kanichiro unwirsch entgegnet, dass es ihn nichts angehe, ist er von Kanichiros Anteilnahme doch sehr ergriffen.
Die Verschwörung der Ito-Gruppe gegen die Shinsengumi nimmt indessen ihren Lauf; auch der Zusammenbruch der Shinsengumi ist vorprogrammiert. Okita leidet an TBC, Kondo wird im Gefecht erschossen...Der sich anbahnende Wechsel in der Politik beschert der Shinsengumi keine Zukunft. Doch noch haben sie die Kraft zu kämpfen. Ohne viel Aussicht auf Erfolg ziehen sie in die Schlacht von Toba. Dort erliegen sie einer nach dem anderen den Gewehren der Satsuma und den Chosu-Verbündeten. Kanichiro ist sehr besorgt um die völlig erschöpften Krieger, organisiert Essen und verteilt es an sie. Jetzt erst, in Momenten solcher Ausweglosigkeit erkennt Saito die wahre, manchmal etwas unkonventionelle aber stets selbstlose Natur Kanichiro`s. Saito nimmt Kanichiro an die Seite und meint zu ihm: “Ein Mann wie Du muss hier nicht sterben“.
Die Schlacht geht ins finale Ende. Während die Armee des Shogunates und die Shinsengumi den Attacken erliegen, unfähig zu entkommen, steht Kanichiro mit seinem Messer und seinem Schwert in der Hand des mit Feuerwaffen überlegenen Gegners Angesicht zu Angesicht. Bei seinem Versuch, Kanichiro zu schützen, wird Saito ins Bein getroffen...
Dass Kanichiro in der Schlacht von Toba nicht gefallen ist, kommt erst einige Jahrzehnte später ans Licht.
Zur Zeit der Toba- Schlacht hatte der Führer des Nanbu Clans sich für eine Seite zu entscheiden: entweder auf die Seite des Shogunates oder für die Satsuma- Chosu Allianz. Zu dieser Zeit taucht Kanichiro bei Jiroemon Ono auf, um wieder im Nanbu Clan aufgenommen zu werden. Jiroemon indes befiehlt Kanichiro Harakiri zu begehen, da er befürchtet, dass sein Clan ruiniert wird, wenn er einem Shinsengumi das Leben rettet. Das Einzige, was Jiroemon seinem Freund Kanichiro anbieten kann, ist ein Platz an dem er Harakiri begehen kann. Kanichiro ist wie betäubt, weiß aber auch, dass er Jiroemon in dessen Position nicht entehren kann. Kanichiro`s abgenutztes Schwert erblickend, überreicht Jiroemon seinem Freund sein eigenes Schwert, damit er sich von seinen Qualen befreien kann. Jiroemon lässt für Kanichiro noch ein letztes Essen zubereiten, denn “mit leerem Magen begeht man kein Harakiri“. Kanichiro, wieder allein gelassen, denkt an sein Zuhause, noch einige Geschenke für seine Familie zu besorgen- doch das Geld reicht nicht mehr für seinen Sohn, Kaiichiro, dem er noch gerne ein Schwert gekauft hätte- ein Lächeln gleitet über sein Gesicht, während er seine Gefühle im Herzen in Worte fasst.
Am nächsten Morgen blickt Jiroemon mit erstaunten Augen auf Kanichiro`s leblosen Körper; ohne das von ihm angebotene Schwert und ohne das Essen angerührt zu haben ist Kanichiro verstorben. Sichtlich mitgenommen über das grausame Schicksal, das es nicht gestattet hat, das Leben des Freundes zu retten, nimmt Jiroemon Kanichiro in seine Arme und lässt seiner Trauer freien Lauf...
Nach Kanichiro`s Tod kämpft Jiroemon an der Seite des Shogunates gegen den Akita Clan, fällt aber tragischerweise in der Schlacht. Kanichiro`s Sohn Kaiichiro stattet Chiaki Ono, der seit dem Tod seines Vaters in der Einsamkeit lebt, einen Besuch ab. Kaiichiro will sich den Truppen des Shogunates ebenfalls anschließen, da er sich schämt mit dem Geld seines Vaters zu leben und um seinen Namen wieder Ehre zu verschaffen. Mitsu, seine jüngere Schwester und Chiaki versuchen, ihn von seinem Vorhaben abzuhalten, doch es gelingt ihnen nicht. Mit einem Lächeln antwortet Kaiichiro, dass er zum Ruhme des Nanbu Clans in den Kampf zieht. Chiaki und Mitsu sehen Kaiichiro nach... Er kehrt nie wieder zurück.
Mehrere Jahrzehnte später- Saito, der überlebt hat, sieht in einer Arztpraxis ein Bild von Kanichiro. Chiaki, der behandelnde Arzt fragt Saito, ob er diesen Mann kenne...
Saito, von Erinnerungen überwältigt, verbeugt sich vor dem Bild Kanichiro`s mit den Worten: “Bitte vergib mir, verehrter Yoshimura“. Er erinnert sich wieder an die Worte seines Freundes “weit im Süden liegt Hayachine, im Westen Nansho, im Norden Iwate und Himekami... umgeben von hohen Bergen gibt es in diesem Land nichts vergleichbares wie die Schönheit von Nanbu Morioka“.

Review: M. Lindenmeyer
10.03.2004